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27.04.2018

Bedenkliche Zusatzstoffe

Mögliche Auswirkungen von Zusätzen in Pestizidprodukten auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt sollten zukünftig stärker beachtet werden. Die fordern Wissenschaftler des King´s College in London in einem Übersichtsartikel. Bei den Zusatzstoffen kann es sich beispielsweise um Stabilisatoren, Benetzungs- oder Antischaummittel handeln. Auch sie können giftig sein oder Wechselwirkungen verursachen. Als Beispiel führen die Autoren Unkrautvernichter mit dem Wirkstoff Glyphosat an, von denen weltweit rund 750 Produkte mit jeweils anderen Mixturen vermarktet werden. So zeigten Studien mit Zellkulturen und unterschiedlichen Labortieren, dass einige dieser Produkte 1.000 Mal giftiger sind als Glyphosat allein. Weitere Versuche zeigten stärkere negative Auswirkungen der Mixturen unter anderem auf den Hormonhaushalt, die Leber und die Darmbakterien von Versuchstieren. Als weiteres Beispiel führen die Autoren Produkte mit Neonicotinoiden an. So seien in einigen Produkten siliciumorganische Benetzungsmittel enthalten. Neuere Studien zeigten, dass diese gefährlich für Bienen sind. Die Autoren mahnen daher an, giftige Eigenschaften von Zusätzen genauer zu charakterisieren und deren Vorkommen in der Umwelt und in der Nahrung zu untersuchen. Der Beitrag erschien in der Fachzeitschrift Frontiers in Public Health. (Deutsches Bienenjournal 5/2018)