1990 gab es in Deutschland noch 1,2 Millionen Bienenvölker, heute sind es 700.000 - rund 40% weniger!

Weltweit sterben Bienenvölker - in den USA bis zu 80%, aber auch in Europa sterben sie. Warum?

Die Bienen sind für alle da


"Als früher die Bergleute in den Stollen einfuhren, hatten sie immer einen Kanarienvogel dabei. Warum? Sie ließen ihn in den Stollen fliegen. Kehrte er nicht mehr zurück, weil sich im Stollen giftige Gase entwickelt hatten, war das schlecht für den Kanarienvogel, aber gut für die Bergleute."

96 Prozent der Imker

Wusstest du, dass etwa 96 Prozent der Imkerinnen und Imker in Deutschland ihr Hobby in ihrer Freizeit betreiben? Im Durchschnitt hält jeder von ihnen sechs Bienenvölker.

Früher war die Imkerei vor allem bei älteren Männern beliebt. Das hat sich in den letzten Jahren verändert. Heute interessieren sich auch viele junge Menschen für Bienen. Früher waren es häufig Lehrer, Pfarrer und Bauern, die Bienen hielten. Heute kommen Imkerinnen und Imker aus ganz unterschiedlichen Berufen.

Besonders in großen Städten wie Berlin, München, Frankfurt, Hamburg, Hannover und Köln gibt es immer mehr Menschen, die Bienen halten. Auch auf Dächern und in Gärten finden die fleißigen Insekten ein Zuhause.

Doch leider haben es unsere Bienen immer schwerer. Viele Bienenvölker sterben. Im Winter 2016/2017 gingen in Deutschland mehr als die Hälfte der Bienenvölker verloren. Auch in den folgenden Jahren starben viele Bienenvölker. Wie viele es waren, hing stark von der jeweiligen Region ab. Besonders betroffen waren teilweise die ländlichen Gebiete.

Aber warum sterben so viele Bienen? Gibt es zu viele Pflanzenschutzmittel auf den Feldern? Fehlen den Bienen blühende Pflanzen, weil große Flächen nur mit einer einzigen Pflanzenart bewachsen sind? Macht die intensive Landwirtschaft den Bienen zu schaffen? Oder ist die Varroa-Milbe schuld? Diese winzige Milbe befällt Honigbienen und kann sie schwer schädigen. Oft kommen mehrere Ursachen zusammen.

Ein Haustier wie einen Hund, eine Katze oder ein Pferd zu halten, macht vielen Menschen großen Spaß. Aber hast du schon einmal daran gedacht, selbst Bienen zu halten? Bienen sind ganz besondere Tiere. Sie schenken uns nicht nur Honig, sondern bestäuben auch viele Pflanzen. Dadurch helfen sie mit, dass Obst und andere Früchte wachsen können.

Wer Bienen hält, kann viel über die Natur lernen und gleichzeitig etwas für den Schutz unserer Umwelt tun!

Hobby-Imker

Die Aufgabe einer Imkerin oder eines Imkers ist es, das Bienenvolk gut durch das Jahr zu begleiten. Dabei muss sie oder er darauf achten, dass es den Bienen gut geht, sie gesund bleiben und vor Krankheiten geschützt werden. Die Bienen sollen genügend Futter finden und sich möglichst gut entwickeln können.

Wer Bienen hält, ist viel draußen in der Natur. Dabei erlebt man die Jahreszeiten ganz bewusst: Man spürt die warme Sonne im Frühling, hört den Regen auf das Dach trommeln und merkt, wenn im Herbst der Wind stärker wird. Selbst Schnee und Kälte im Winter gehören dazu. So lernt man die Natur und ihre Veränderungen besser kennen.

Die Arbeit mit Bienen kann richtig guttun. Man bewegt sich an der frischen Luft, beobachtet die Tiere und entdeckt immer wieder etwas Neues. Das ist ein schöner Ausgleich zum Alltag. Besonders Menschen, die viel im Büro oder in einer Fabrik arbeiten und dort lange sitzen oder wenig frische Luft bekommen, können sich bei der Imkerei gut erholen.

Am Bienenstand kann man den Alltagsstress für eine Weile vergessen. Man muss genau hinschauen, geduldig sein und sich Zeit nehmen. Denn bei den Bienen gibt es immer etwas zu entdecken und zu lernen.

Imkern bedeutet also nicht nur, Honig zu ernten. Es bedeutet auch, die Natur besser kennenzulernen, Verantwortung für Tiere zu übernehmen und die kleinen Wunder der Bienenwelt zu entdecken.


Die Bienen sind Warnerinnen

Bereits Einstein soll einmal gesagt haben:

"Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr."

 Die Bienen sind Warnerinnen vor einem bedenkenlosen   Einsatz der Chemie in der Natur. Mit der großflächigen   Unkrautvernichtung in Feld und Wald, insbesondere der     industriellen Landwirtschaft, geht eine bedenkliche Verarmung   der Pflanzenarten einher. Die Bienen stehen ganz im Dienste   einer gesunden, menschenfreundlichen Umwelt. Der Lehrer   Christian Conrad Sprengel erkannte bereits im Jahr 1793 die   Bestäubungstätigkeit der Insekten und veröffentlichte dies mit   folgenden Worten: 

„Die Bienen sind weit nützlichere Tierchen, als man bisher geglaubt hat, sie gehören zu den vorzüglichsten und » unentbehrlichsten Haustieren.“ „Die Bienen verdienen unsere Achtung weit mehr, weil sie unsere Feld- und Gartenarbeiter sind, als weil sie für Honig- und Wachsfabrikanten halten.“ Und er forderte: „Der Staat muss ein stehendes Heer von Bienen halten!“
(aus: „Die Nützlichkeit der Bienen und die Notwendigkeit der Bienenzucht“)
Über diese Worte, geschrieben 1793, sollte jeder von uns einmal nachdenken. Die Schönheit unserer Heimat sowie 80 Prozent unserer Wild- und Nutzpflanzen sind von der Bestäubung der Honigbienen sowie der Wildbienen angewiesen. Wenn die Bienen sterben, müssen wir auf 80 Prozent unserer Lebensmittel verzichten. Die Webseite soll Dir helfen, die Bienen besser zu verstehen. So kannst Du unsere Honigbiene besser schützen und vielleicht hast Du sogar Lust Bienen zu züchten und so dafür zu sorgen dass sie nicht verschwindet von unserem Planeten. So wie in Teilen von China, wo Wanderarbeiter die Obstbäume heute schon mit der Hand bestäuben.