Die Bienen sind für alle da
"Als früher die Bergleute in den Stollen einfuhren, hatten sie immer einen Kanarienvogel dabei. Warum? Sie ließen ihn in den Stollen fliegen. Kehrte er nicht mehr zurück, weil sich im Stollen giftige Gase entwickelt hatten, war das schlecht für den Kanarienvogel, aber gut für die Bergleute."
96 Prozent der Imker
Wusstest du, dass etwa 96 Prozent der Imkerinnen und Imker in Deutschland ihr Hobby in ihrer Freizeit betreiben? Im Durchschnitt hält jeder von ihnen sechs Bienenvölker.
Früher war die Imkerei vor allem bei älteren Männern beliebt. Das hat sich in den letzten Jahren verändert. Heute interessieren sich auch viele junge Menschen für Bienen. Früher waren es häufig Lehrer, Pfarrer und Bauern, die Bienen hielten. Heute kommen Imkerinnen und Imker aus ganz unterschiedlichen Berufen.
Besonders in großen Städten wie Berlin, München, Frankfurt, Hamburg, Hannover und Köln gibt es immer mehr Menschen, die Bienen halten. Auch auf Dächern und in Gärten finden die fleißigen Insekten ein Zuhause.
Doch leider haben es unsere Bienen immer schwerer. Viele Bienenvölker sterben. Im Winter 2016/2017 gingen in Deutschland mehr als die Hälfte der Bienenvölker verloren. Auch in den folgenden Jahren starben viele Bienenvölker. Wie viele es waren, hing stark von der jeweiligen Region ab. Besonders betroffen waren teilweise die ländlichen Gebiete.
Aber warum sterben so viele Bienen? Gibt es zu viele Pflanzenschutzmittel auf den Feldern? Fehlen den Bienen blühende Pflanzen, weil große Flächen nur mit einer einzigen Pflanzenart bewachsen sind? Macht die intensive Landwirtschaft den Bienen zu schaffen? Oder ist die Varroa-Milbe schuld? Diese winzige Milbe befällt Honigbienen und kann sie schwer schädigen. Oft kommen mehrere Ursachen zusammen.
Ein Haustier wie einen Hund, eine Katze oder ein Pferd zu halten, macht vielen Menschen großen Spaß. Aber hast du schon einmal daran gedacht, selbst Bienen zu halten? Bienen sind ganz besondere Tiere. Sie schenken uns nicht nur Honig, sondern bestäuben auch viele Pflanzen. Dadurch helfen sie mit, dass Obst und andere Früchte wachsen können.
Wer Bienen hält, kann viel über die Natur lernen und gleichzeitig etwas für den Schutz unserer Umwelt tun!
Hobby-Imker
Die Aufgabe einer Imkerin oder eines Imkers ist es, das Bienenvolk gut durch das Jahr zu begleiten. Dabei muss sie oder er darauf achten, dass es den Bienen gut geht, sie gesund bleiben und vor Krankheiten geschützt werden. Die Bienen sollen genügend Futter finden und sich möglichst gut entwickeln können.
Wer Bienen hält, ist viel draußen in der Natur. Dabei erlebt man die Jahreszeiten ganz bewusst: Man spürt die warme Sonne im Frühling, hört den Regen auf das Dach trommeln und merkt, wenn im Herbst der Wind stärker wird. Selbst Schnee und Kälte im Winter gehören dazu. So lernt man die Natur und ihre Veränderungen besser kennen.
Die Arbeit mit Bienen kann richtig guttun. Man bewegt sich an der frischen Luft, beobachtet die Tiere und entdeckt immer wieder etwas Neues. Das ist ein schöner Ausgleich zum Alltag. Besonders Menschen, die viel im Büro oder in einer Fabrik arbeiten und dort lange sitzen oder wenig frische Luft bekommen, können sich bei der Imkerei gut erholen.
Am Bienenstand kann man den Alltagsstress für eine Weile vergessen. Man muss genau hinschauen, geduldig sein und sich Zeit nehmen. Denn bei den Bienen gibt es immer etwas zu entdecken und zu lernen.
Imkern bedeutet also nicht nur, Honig zu ernten. Es bedeutet auch, die Natur besser kennenzulernen, Verantwortung für Tiere zu übernehmen und die kleinen Wunder der Bienenwelt zu entdecken.

